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Fragen und Antworten zur Kinder und Jugendpsychiatrie


1. Warum bringen Eltern und Familien ihre Kinder oder Jugendlichen zum Psychiater?

2. Sind Eltern und Familien für das Problem ihres Kindes verantwortlich?

3. Angst vor Stigmatisierung, oder: "Ich oder mein Kind zum Psychiater? Ich bin doch nicht verrückt!"

4. Wie läuft die Kontaktaufnahme mit dem Kinder- und Jugendpsychiater ab?

5. Was wird getan, wenn eine körperliche Ursache für das Problem vorliegt?

6. Welche Behandlung wird angeboten?

7. Wie lange dauert normalerweise eine kinderpsychiatrische Behandlung?

8. Kommen Behandlungskosten auf die Eltern zu?

9. Wie vertraulich werden die Informationen behandelt?

10. Was ist ein Kinder- und Jugendpsychiater ?

11. Wie sind kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken oder Abteilungen aufgebaut?

 

Nicht alle Kinder wachsen auf ihrem Weg von der frühen Kindheit durch die Jahre der Pubertät ohne Hindernisse auf. Weil jedes Kind einzigartig und besonders ist, begegnen ihm manchmal Probleme mit Gefühlen und Schwierigkeiten im Verhalten, die ihr eigenes Leben und das der ihnen nahestehenden Menschen erschüttern.

Kinder- und Jugendpsychiater sind Ärzte, die speziell dafür ausgebildet sind, Kinder und Jugendliche mit solchen Problemen zu behandeln.

(Der Einfachheit halber verwenden wir in der Folge jeweils die männliche Bezeichung "Kinder- und Jugendpsychiater", wohl wissend, daß gerade in diesem medizinischen Fachgebiet Medizinerinnen stark vertreten sind und hervorragende Arbeit leisten)

1. Warum bringen Eltern und Familien ihre Kinder oder Jugendlichen zum Psychiater?

Eltern und Familien bemerken oft mit Sorge, daß ihr Kind ein Problem zu haben scheint, das es traurig macht, aufgewühlt, rebellisch, unaufmerksam oder auch unfähig, die Aufgaben des Lebens zu bewältigen. Oder daß ihr Kind Alkohol oder andere Drogen konsumiert.

Sie machen sich Sorgen über die Entwicklung des Kindes, seine Eß- und Schlafgewohnheiten und darüber, wie sie mit der Familien oder mit Freunden und in der Schule zurechtkommen.

Viele Familien besprechen ihre Sorgen zunächst mit dem Hausarzt, einem Lehrer ihres Vertrauens oder vielleicht auch mit einem Geistlichen. Nach diesem Schritt werden die Familien möglicherweise an einen Kinder- und Jugendpsychiater verwiesen. Der Kinder und Jugendpsychiater ist genau dafür qualifiziert, das ganze Ausmaß emotionaler Schwierigkeiten und seelischer Störungen, die bei Kindern und Jugendlichen auftreten können, zu analysieren und zu verstehen.

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2. Sind Eltern und Familien für das Problem ihres Kindes verantwortlich?

Genau diese Sorge haben Eltern und Familien sehr oft. Einige Familien zögern sogar, wenn es darum geht, Hilfe für ihr Kind zu suchen, weil sie fürchten, sie würden beschuldigt werden. Sich für das Problem oder das Leid des Kindes verantwortlich zu fühlen ist ein ganz natürliches Zeichen der Fürsorge und Zuneigung. Es gibt zahlreiche Ursache für Schwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen. Manchmal ist die Ursache eines Problems nicht bekannt, aber alle Störungen sind behandelbar. Ein Kinder- und Jugendpsychiater hilft Eltern und Familien zu verstehen, daß sie sich nicht für das Problem ihres Kindes schuldig fühlen sollen. Er arbeitet daran, quälende Fragen wie

"Warum ausgerechnet ich?" oder "warum mein Kind?" zu bearbeiten und zu beseitigen.

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3. Angst vor Stigmatisierung, oder: "Ich oder mein Kind zum Psychiater? Ich bin doch nicht verrückt!"

Eltern und Familien sind manchmal besorgt darüber, ihr Kind könnte mit einer psychiatrischen Diagnose "abgestempelt" werden. Aber genau wie Kinder und Jugendliche auch körperlich krank werden können, so kann sich auch ihr seelischer Zustand oder ihr Verhalten krankhaft verändern. Viele Störungen können mit einer Behandlung vollständig überwunden werden, fast alle werden durch eine Behandlung wenigstens deutlich gebessert. Sobald es einem Kind erst einmal besser geht, tut es den Eltern oft gut, Freunden und Verwandten zu erzählen "Unser Kind hatte ein ernstes Problem, aber wir haben die Hilfe bekommen, die wir brauchten."

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4. Wie läuft die Kontaktaufnahme mit dem Kinder- und Jugendpsychiater ab?

Wie es jeder gute Arzt tun sollte, beginnt der Kinder- und Jugendpsychiater damit, den Berichten und den Sorgen über Ihr Kind und die Familie genau und ruhig zuzuhören. Neben den seelischen Problemen interessiert ihn darüberhinaus auch die ganze medizinische Vorgeschichte des Kindes oder Jugendlichen. Im Rahmen dieser Sammlung von Informationen wird der Kinder- und Jugendpsychiater die Eltern bitten, auch andere Familienmitglieder, die Lehrer oder Betreuer, den Hausarzt sowie andere wichtige Personen im Leben des jungen Patienten befragen zu dürfen.

Der Kinder- und Jugendpsychiater erklärt den Eltern und Familienmitgliedern des jungen Patienten die Vorgehensweise genau, so daß diese dem Kind oder Jugendlichen die Scheu vor der psychiatrischen Untersuchung nehmen können und Fragen dazu im Vorfeld beantworten können.

Der Kontakt mit dem Kind oder Jugendlichen selbst beinhaltet neben Gesprächen auch Malen oder Spielen, damit der Kinder- und Jugendpsychiater auf diese Weise besser versteht, was mit dem jungen Patienten los ist.

Es können Fragen gestellt werden, wie sich das Problem aus der Sicht des Kindes oder Jugendlichen selbst darstellt. Außerdem interessiert sich der Arzt dafür, wie das Kind mit der Familie, mit den Freunden, mit Lehrern und Mitschülern zurechtkommt. Sowohl die Stärken als auch die Probleme des jungen Patienten werden untersucht.

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5. Was wird getan, wenn eine körperliche Ursache für das Problem vorliegt?

Der Kinder- und Jugendpsychiater ist natürlich auch ein "normaler" Arzt, der dazu ausgebildet ist, auch körperliche Störungen zu entdecken, die dazu führen können, daß man anders fühlt, denkt oder sich anders verhält. Auf der anderen Seite berücksichtigt der Kinder- und Jugendpsychiater auch, daß Emotionen, Gefühle, Denkweisen und Verhalten die körperliche Gesundheit von jungen Menschen beeinflussen kann. Als Mediziner ist der Kinder- und Jugendpsychiater qualifiziert, die ärztliche Verantwortung für eine psychiatrische Behandlung zu übernehmen. Er wird mit dem Hausarzt oder Kinderarzt der Familie Kontakt aufnehmen, um einen umfassenden Behandlungsplan erstellen zu können.

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6. Welche Behandlung wird angeboten?

Das individuelle Konzept einer psychiatrischen Behandlung wird verschiedene bei den ersten Gesprächen herausgefundene Punkte mit einbeziehen:

  • die Probleme des Kindes oder des Jugendlichen
  • seine Stärken und Fähigkeiten
  • mögliche, die Heilung unterstützende Bedingungen in der Familie, der Schule oder in anderen Bereichen des sozialen Umfeldes

Kinder- und Jugendpsychiater verfügen über eine ganze Reihe verschiedener Behandlungsmöglichkeiten, zum Beispiel tiefenpsychologische Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Familientherapie, Interventionen bei Institutionen wie Schule oder Jugendamt sowie der Einsatz von geeigneten Medikamenten.

Der Kinder- und Jugendpsychiater erörtert natürlich das Behandlungskonzept vorab mit Ihnen und mit Ihrem Kind. Diese Erörterung beinhaltet die Vor- und Nachteile verschiedener therapeutischer Ansätze sowie die Verfügbarkeit von Angeboten, Programmen und Gruppen in ihrer Nähe.

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7. Wie lange dauert normalerweise eine kinderpsychiatrische Behandlung?

Einige Kinder und Jugendliche profitieren bereits sehr von einer Kurzzeitbehandlung oder auch nur einer Beratung. Wenn die Störung seit langer Zeit besteht oder sehr kompliziert ist, kann eine länger dauernde Behandlung notwendig sein. Einige wenige Störungen benötigen eine stationäre Behandlung oder die Behandlung in einer Tagesklinik.

Nachdem die ersten diagnostischen Gespräche beendet sind, sollten Sie die Dauer der Behandlung und die Therapieziele mit Ihrem Kinder- und Jugendpsychiater besprechen.

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8. Kommen Behandlungskosten auf die Eltern zu?

Eine Behandlung bei einem Kinder- und Jugendpsychiater ist eine normale fachärztliche Leistung und wird über die Krankenkassen abgerechnet. Es entstehen für die Eltern keinerlei zusätzliche Kosten.

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9. Wie vertraulich werden die Informationen behandelt?

Der Kinder- und Jugendpsychiater unterliegt wie alle Mediziner der ärztlichen Schweigepflicht, die dem Schutz der Patienten und ihrer Angehörigen dient. Die schriftliche Schweigepflichtsentbindung durch die Erziehungsberechtigten ist Voraussetzung für Gespräche des Kinder- und Jugendpsychiaters mit anderen Betreuungspersonen des Kindes oder Jugendlichen, zum Beispiel den Lehrern, Betreuern oder anderen dem Kind nahestehenden Personen.

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10. Was ist ein Kinder- und Jugendpsychiater ?

Kinder- und Jugendpsychiater sind Ärzte, die sich darauf spezialisiert haben, seelische Erkrankungen und Verhaltensstörungen von Kindern oder Jugendlichen zu diagnostizieren und zu behandeln. Die betroffenen Eltern und Familien werden in die Behandlung und die Beratung immer mit einbezogen.

Kinder- und Jugendpsychiater arbeiten als Fachärzte in eigener Praxis oder in kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken. In diesen Kliniken arbeiten auch Ärzte und Ärztinnen, die sich in Weiterbildung zum "Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie" befinden. Sie arbeiten unter ständiger Anleitung und Supervision von ausbildungsbefugten Fachärzten der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Zur Ausbildung des Kinder- und Jugendpsychiaters gehört ein mindestens 6 Jahre dauerndes Medizinstudium. Anschließend werden 4 Jahre in einer Kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik als Assistenzarzt unter fachärztlicher Supervision gearbeitet. Dazu muß noch ein Jahr Erwachsenenpsychiatrie oder Kinderheilkunde absolviert werden. Neben der klinischen Erfahrung hat der Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie eine umfangreiche Ausbildung zum Psychotherapeuten für Kinder und Jugendliche abgeschlossen.

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11. Wie sind kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken oder Abteilungen aufgebaut?

Falls bei Ihrem Kind eine stationäre Behandlung erforderlich sein sollte (sei es vollstationär mit Übernachtung in der Klink oder teilstationär in einer Tagesklinik), so wird es immer von einem Team aus den verschiedensten Berufsgruppen betreut. Dazu zählen neben den für die Behandlung verantwortlichen Kinder- und Jugendpsychiatern auch Psychologen, Erzieher, Krankenschwestern, Lehrer und Sozialpädagogen sowie speziell ausgerichtete Therapeuten. Das Behandlungskonzept ist zumeist nicht an einer speziellen therapeutischen "Schule" orientiert, sondern zuallererst auf die Bedürfnisse des erkrankten Kindes oder Jugendlichen ausgerichtet. Die Einbeziehung der Eltern und der Familie des jungen Patienten, der Schule, sowie zuständiger Behörden ist dabei ebenfalls von großer Bedeutung.

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Quelle: AACAP

 

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